Bukolla

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die in einer Hütte lebten. Sie hatten einen Sohn, liebten ihn aber nicht. Sie hatten auch eine Kuh namens Bukolla.

Eines Tages verschwand Bukolla. Nach ergebnisloser Suche wiesen der Mann und die Frau ihren Sohn an die Kuh zu suchen und nicht wiederzukehren, bis er sie gefunden hatte.

Der Junge suchte weit und breit. Immer als er zum Essen anhielt rief er „Liebste Bukolla, muhe jetzt, wenn du noch irgendwo am Leben bist!“. Er konnte das Muhen der Kuh in der Ferne hören, mit jedem Mal kam es etwas näher. Schließlich konnte der das Muhen direkt unter seinen Füßen hören, wo er die Kuh angebunden in einer riesigen Höhle fand. Er band sie hastig los und brach mit ihr nach Hause auf.

Der Junge bemerkte bald, dass ein riesiger Oger sie verfolgte und immer näher kam. Beängstigt fragte er die Kuh „Was sollen wir nur tun, liebe Bukolla?“ Die Kuh antwortete „Nimm ein Haar meines Schweifs und leg es auf den Boden.“ Der Junge sprach dann zum Haar „Ich sage und befehle, dass du dich in ein Labyrinth verwandelst so groß, dass nur Vögel daran vorbeifliegen können.“ Das Haar verwandelte sich sofort in ein gewaltiges Labyrinth.

Als der Oger das Labyrinth erreichte, rief er für seinen riesigen Bullen und ließ ihn das Labyrinth fressen.

Wieder musste der Junge Hilfe von Bukolla suchen, diesmal verwandelte er ein Schweifhaar in ein Feuer so groß, dass nur Vögel daran vorbeifliegen konnten.

Als der Oger das Feuer erreichte, rief er wieder für den Bullen und ließ ihn auf das Labyrinth urinieren, was das Feuer löschte und das Wasser des Labyrinths zurückgab.

Abermals musste der Junge Hilfe von Bukolla suchen, diesmal verwandelte er ein Schweifhaar in ein Gebirge so groß, dass nur Vögel daran vorbeifliegen konnten.

Als der Oger das Gebirge erreichte nahm er die Bohrmaschine seines Vaters und begann einen Tunnel zu graben. Aber in seiner Eile den Tunnel zu betreten fiel ihm nicht auf, wie eng der Tunnel war, und er blieb stecken. Später verwandelte er sich in Stein und steht immer noch dort.

Der Junge aber kehrte sicher wieder nach Hause und machte den Mann und die Frau sehr glücklich.

*) Dies ist ein Auszug aus der ursprünglichen Geschichte.


Erzähler:
Hafdís Erla Bogadóttir

Verweise:
Íslenskar þjóðsögur (Icelandic Folklore).
Author: Benedikt Johannesson/Johannes Benediktsson

Zeichnungen:
Eyrun Oskarsdottir

Computergrafik:
Bjork Hardardottir

Mischer:
Hafdís Erla Bogadóttir

Video:
Markus Sveinn Markusson