Das kloster am bauernhof Kirkjubær

Ein Nonnenkloster wurde 1186 in Kirkjubær gegründet. Es war unter einem steilen Berg gelegen, an dessen Spitze ein See lag. Eines Tages machten sich zwei Schwestern auf den Weg zum See und es wird erzählt, dass sie einen goldenen Kamm sahen, der aus dem Wasser ragte. Eine der Nonnen versuchte ihn zu erreichen, aber ertrank. Die andere fand ein Pferd in der Nähe und ritt auf ihm in den See, aber auch sie ertranken. Keiner von ihnen wurden seitdem wieder gesehen und der See wird seitdem Systravatn (Schwesternsee) genannt.

In der Nähe gibt es eine große Steinsäule, die nur über einen schmalen Pfad erklommen werden kann. Sie hat eine flache Spitze, auf der zwei Hügel sind, die für die Gräber der Schwestern gehalten werden. Daher wird die Säule auch Systrastapi (Schwesternstein) genannt.

In einer nahegelegenen Gemeinde gab es ein Mönchkloster. Es wird erzählt, dass der Abt und die Mönche von diesem Kloster die Nonnen gelegentlich besuchten. Auf dem Weg dorthin erreichten sie einen Berg, von wo aus man das Nonnenkloster zuerst sehen konnte, und sie fingen immer an zu singen, weshalb der Berg seitdem Sönghóll (Sängerhügel) genannt wird. Sobald sie gehört werden konnten, ließ die Äbtissin die Glocken läuten und die Schwestern gingen los um die Mönche zu treffen, und zwar an einem Ort, der später Glennarar genannt wurde.

Jedes Mal, als die Mönche kamen, gab es viel Gejohle, und es wird gemunkelt, dass Mönche vor allem deshalb kamen, um mit den Nonnen herumzumachen. Die Schwestern und die Äbtissin waren sich dessen wohl bewusst und es gibt immer noch Geschichten darüber.

Als die Mönche eines Nachts die Schwestern besuchten, drehte die Äbtissin gerade ihre Runden. Als sie eine Nonne rügen wollte, die sie in Bett mit einem Mönch fand, sagte die Nonne „Was habt Ihr auf Eurem Kopf, liebe Mutter?“. Die Äbtissin bemerkte, dass sie versehentlich die Unterhosen des Abts angezogen hatte und verließ die Nonne mit den Worten „Wir sind alle Sünder, Schwester“.

Dies ist ein Auszug aus der ursprünglichen Geschichte.



Erzähler:
Hafdís Erla Bogadóttir

Verweise:
Íslenskar þjóðsögur (Icelandic Folklore).
Author: Benedikt Johannesson/Johannes Benediktsson

Zeichnungen:
Eyrun Oskarsdottir

Computergrafik:
Bjork Hardardottir

Mischer:
Hafdís Erla Bogadóttir

Video:
Markus Sveinn Markusson