Die trolle Jóra im berge Jórasteig

Jora war ein vielversprechendes, aber jähzorniges Mädchen, die Tochter eines Bauers. Eines Tages beobachtete sie wie der Hengst ihres Vaters, den sie sehr mochte, in einem Wettkampf gedemütigt wurde. Sie wurde so sauer, dass sie ein Bein vom anderen Pferd abriss und damit davon lief. Als sie einen nahegelegenen Fluss erreichte, ergriff sie einen riesigen Felsen von einer Klippe und warf ihn in die Mitte des Flusses. Sie sprang über den Fluss und sagte

„Jungfräulichkeit ist reif,
es ist Zeit zu heiraten“

Sie zog in die Berge, wo sie sich an einem Ort niederließ, der später Joras Höhle genannt wurde. Sie verursachte Chaos unter Männern und Tieren, lauerte ihnen in einer Schlucht auch, die später Jorakleif genannt wurde, und überfiel oder tötete sie nachdem sie das Pferd verschlungen hatte. Dies dauerte für eine lange Weile an, was die Gegend nahezu unbewohnbar machte, da niemand die Kraft hatte sie zu überwältigen.

Ohne Möglichkeit Jora gegenüberzutreten kam ein junger Mann zur Hilfe. Auf einer seiner vielen Reisen nach Norwegen besuchte er den König, erzählte ihm die Geschichte von Jora und fragte nach seinem Rat.

Der König erzählte ihm, dass er Jora nach Sonnenaufgang am Pfingstsonntag aufsuchen solle, „weil es keine noch so abscheuliche oder mächtige Kreatur gibt, die zu dieser Zeit nicht schläft“. Er händigte dem jungen Mann eine mit Silber verzierte Axt und sagte „Du wirst sie mit dem Gesicht nach unten schlafend finden. Schlage sie mit der Axt zwischen die Schulterblätter. Jora wird erwachen und sagen ‚Lass die Hände fest am Schaft‘, worauf du antwortest: ‚Lass die Axt vom Schaft trennen.‘ Diese Worte werden Jora mit der Axt in den nahegelegenen Fluss stolpern lassen. Die Axtklinge wird dann in einen Fluss treiben, an dem die Isländer ihr Parlament bilden werden.“

Der junge Mann bedankte sich für den Rat des Königs und die Axt. Er kehrte nach Island zurück und tötete Jora. Die Axt trieb später in einen Fluss, der seitdem Axtfluss (Öxará) genannt wird und wo die Isländer ihr Parlament bildeten.

Dies ist ein Auszug aus der ursprünglichen Geschichte.

Erzähler:
Hafdís Erla Bogadóttir

Verweise:
Íslenskar þjóðsögur (Icelandic Folklore).
Author: Benedikt Johannesson/Johannes Benediktsson

Zeichnungen:
Eyrun Oskarsdottir

Computergrafik:
Bjork Hardardottir

Mischer:
Hafdís Erla Bogadóttir

Video:
Markus Sveinn Markusson